Unsere Philosophie ...
... mit Qualität zum Weinerlebnis für
alle. Noch vor 30 Jahren war es in Deutschland nicht gerade einfach,
einen Wein aus Spanien oder gar Kalifornien zu bekommen. Heute haben diese
Weine einen festen Platz in den heimischen Weinkellern der vielgereisten
Deutschen und den Weinkarten der nach Superlativen und Extravaganzen suchenden
Gastronomie. Dazu kommt, fast unmerklich haben sich seit der Öffnung der
östlichen Länder noch neue Mitanbieter mit einem beachtlichen und
noch ausbaubaren Reservoir an neuen" Weinen ins Angebot eingereiht.
So stehen dem lokalen Konstanzer Spitalwein Angebote von Genossenschaften,
Kellereien und Weingütern aus der ganzen Welt gegenüber. Das stellt
einen für heutige Verhältnisse kleinen Betrieb wie die Konstanzer
Spitalkellerei, der bisher ein auf die Region ausgerichtetes Absatzkonzept
verfolgte, vor neue Herausforderungen. Der Weinanbau und die eigene
Kellerkunst bedeuten gerade heute und vor allem in einem so traditionsreichen
Weingut wie der Spitalkellerei, der ältesten Stiftungskellerei
Deutschlands ein Stück Geschichte und Kultur zu pflegen und zu
erhalten. Diese Verantwortung möchten wir, die Mitarbeiter der
Spitalkellerei, gerne wahrnehmen, kann doch die Verbundenheit mit einem
regionalen Produkt wie dem Wein auch heute noch ein wesentlicher Teil der
Identität der Menschen, die hier leben sein. Um langfristig auf
dem heutigen Weinmarkt bestehen zu können, sehen wir unsere Chance darin,
den eigenständigen Charakter, die Individualität und die
ausgezeichnete Qualität unserer Produkte sowie das Know-How um den
Weinanbau und die Weinbereitung in den Vordergrund zu stellen. Denn
ausgezeichnete Weine im mittleren bis hohen Preis-segment sind heute mehr denn
je gefragt hier in Konstanz und darüber hinaus. Auch muß man
der Tatsache Rechnung tragen, daß mit wachsendem Wohlstand es unter den
Konsumenten heute weit mehr Weinkenner und qualitätsbewusste Weintrinker
gibt, als noch vor 20 Jahren. Um sie anzusprechen bedarf es eines
intelligenten und überzeugenden Konzepts, das vom Weinanbau über die
Weinherstellung bis zur Sortimentsgestaltung und zur Vermarktung alle Aspekte
berücksichtigt und einschließt. Der Rebbau ist
eine Jahrtausende alte Tradition. Wurden vor einigen Jahrzehnten noch
die meisten Arbeiten im Weinberg manuell ausgeführt, hat innerhalb von 2
Generationen eine komplette Mechanisierung der Rebbewirtschaftung
stattgefunden. Wo früher des Rebmanns Fuß den Boden berührte,
rollen heute mehrmals pro Jahr schwere Traktoren um Rebschnitt, Heftarbeiten,
Laubschnitt und Bodenbearbeitung schnell und kostengünstig zu erledigen.
Dies erfordert neue Konzepte und Methoden. Das müssen auch die gut
ausgebildeten, im Vergleich zu früher könnte man sagen
akademischen Weinbauern, erkennen. Es ist, so meinen wir,
eine logische Konsequenz unserer jahrhunderte alten Tradition in Verbindung mit
der Verantwortung für zukünftige Generationen, den Weinanbau der
spitalischen Weinberge an ökologischen Richtlinien auszurichten.
Grundsätzliches dabei ist die Wiederherstellung und der Erhalt der
natürlichen Bodenfruchtbarkeit. Die, je nach Bodenart und Standort,
individuelle Zusammensetzung der vorhandenen Nährstoffe müssen der
Pflanze verfügbar sein oder gemacht werden. Nämlich gerade sie geben
dem Wein einen einzigartigen Charakter und Geschmack, den wir Weinfachleute
auch als - etwas francophil ausgedrückt - Gout de terroir
bezeichnen. Erst ein gesunder, lockerer Boden ermöglicht dem
Weinstock die optimale Aufnahme der Nährstoffe aus der Erde. Die Pflanze
ist gesünder, nicht mehr so anfällig für Schädlingsbefall
und weniger auf Schutzhilfe von außen angewiesen.
Gezielte Lese und moderne Kellerwirtschaft Um für die
verschiedenen Weincharaktere das doch etwas sympathischere Wort für
Produktlinien - nach der Ernte das richtige Lesegut im Keller zu
haben, erstellen wir eine genaue Ertrags- und Leseplanung. Sie legt fest, wie
oft und wie viel auf einer Parzelle geerntet werden soll und welche
Traubenqualitäten für welche Weine selektioniert werden. Das wir
dabei den Launen der Natur ausgesetzt sind, müssen wir Winzer jedes Jahr
aufs neue begreifen lernen. Erst wenn der Wein im Keller ist, vermögen wir
den Unterschied unserer Planspiele gegenüber den realen Ernteergebnissen
genau zu benennen. Gelesen wird in der Regel in zwei bis drei
Durchgängen, bis ein Weinberg abgeerntet ist. Im Keller, also bei
der Herstellung und beim Ausbau der Weine, orientiert sich die Spitalkellerei
an den neuesten Erkenntnissen und Methoden. Gerade in der
Weißweinbereitung spielt dies eine entscheidende Rolle. So wird z.B.
durch kontrolliert langsames Gären die Aromaentwicklung des Weines positiv
beeinflußt. Vor allem die Sekundäraromen, die bei der Gärung
entstehen, können so verfeinert und verbessert werden. Die Weine wirken
bouquetbetonter, fruchtiger, klarer und frischer.
Weinerlebnisse" schaffen Interesse wecken Weinanbau und
-herstellung sind eine Seite. Es gilt aber auch, den Menschen das
Weinwerden" näher zu bringen. Weinanbau und das Innenleben eines
traditionellen Weinkellers sollen erlebbar" sein. Wir wollen
Ihr Interesse für den Wein, für den Seewein wecken und dadurch die
Identifikation mit diesem regionalen Produkt zu stärken:
Weinproben, lehrreiche Kellerbesuche, Weinseminare, Weinbergsführungen
machen unseren kleinen Weinbaubetrieb zu einer Erlebniskellerei für den
Weinliebhaber. Auf diese Weise verschaffen wir nicht nur den
Konstanzern einen Einblick in ihren" Stiftungsbetrieb. Auch für die
Gäste der Stadt kann das Weinerlebnis in der Spitalkellerei" zu
einer echten Attraktion werden. |